Newsarchiv Februar 2009
26 Februar 2009 / 09 Kw
Budenheim - Marktbericht und -analyse Januar 2009 - Teil 2
Der Abwärtstrend der Rohölpreise hält an
Das Jahr 2008 begann mit dem beherrschenden Thema Rezessionssorgen, insbesondere für die USWirtschaft.
Im Februar drehte die Stimmung schlagartig. Anleger flüchteten aus dem Dollar in das
vermeintlich rezessionssichere Rohöl. Zur Jahresmitte kippte der Trend. Das überteuerte Öl bremste
zunehmend die Weltwirtschaft ein. Investoren begannen sich aus den Rohstoffanlagen wieder zurück zu
ziehen. Damit setzte ein beispielloser Abwärtstrend der Rohölpreise ein. Mit dem Zusammenbruch von
US-Banken im September fielen die Ölnotierungen unter die 100 Dollar Marke. In September und Oktober
griff die Bankenkrise auf Europa und Japan über. Weltweite Rezessionssorgen gewannen die Oberhand
und die Ölpreise brachen weiter ein.
Aufgrund der rezessiven Konjunkturaussichten wird der Weltölbedarf in 2009, getrieben durch rückläufige
Ölimporte von China, wahrscheinlich erstmals in der Geschichte rückläufig sein. Die im Dezember
beschlossene Reduktion der Ölfördermengen der OPEC steht zur Umsetzung an. Der hohe Ölbestand in
den USA drückt den Rohölpreis weiter.
Quelle: Budenheim - Marktbericht und -analyse Januar 2009
Schwefel - ein kaum beachteter Hilfsstoff
Schwefel ist ein Nebenprodukt der Öl- und Gasproduktion. Eine stabile, gleichmäßige und ökonomische
Belieferung ist eine wichtige Voraussetzung zur Umwandlung von Phosphatgestein zu Phosphorsäure
und damit zur Herstellung weiterer Folgeprodukte. Der Bezugspreis des Schwefels bestimmt zu etwa
30% die Produktionskosten der Rohsäure.
Der Zusammenbruch des Schwefelmarktes im zweiten Halbjahr 2008 kann zum einen auf die Einführung
der Zolltarife für chinesische Düngemittel und zum anderen auf den allgemeinen Preisverfall von
Rohstoffen, ausgelöst durch die globale Finanzkrise, zurückgeführt werden. Der Zusammenbruch des
Bedarfs und die dadurch entstandenen Überschussmengen werden zur weiteren Marktstabilisierung und
-beruhigung beitragen. Die genaue Vorhersage der weiteren Entwicklung in Anbetracht der
Finanzmarktkrise bleibt aber kurz- bis mittelfristig sehr schwierig. Als Nebeneffekt wurde der monatliche
Referenzpreis von ADNOC für den indischen Markt offiziell als fehlführend eingestuft. Er wird wohl in den
nächsten Monaten nicht mehr veröffentlicht werden.
Quelle: Budenheim - Marktbericht und -analyse Januar 2009
Die Marktaktivität ist wegen schwacher Nachfrage und Produktionskürzungen gedämpft
Die Anzeichen für eine Schwächung des Phosphatmarktes nehmen zu. Ursache hierfür sind fallende
Frachtraten, ein nur schleppend zunehmender Bedarf bei zunehmenden Liefervorräten und niedrigeren
Einsatzmengen. Der aktuelle Quartalspreis für Rohsäure (MGA) liegt in Nordwesteuropa mit US$ 1,300 / t
P2O5. Dieser Preis wurde offiziell nur mit einem Kunden vereinbart und ist daher nur beschränkt
representativ für das globale Marktgeschehen.
Die Preisvereinbarung wird von vielen Marktteilnehmern in Europa als zu hoch angesehen. Referenz ist
der schon im vierten Quartal des Vorjahres vereinbarte Vertragspreis von US$ 850 / t P2O5 in Indien.
Einige Quellen stufen die Veröffentlichung als Mittel ein, Druck auf die aktuellen Verhandlungen zwischen
den nordafrikanischen Produzenten und indischen Importeuren auszuüben. Diese Verhandlungen sind
wegen stark unterschiedlichen Auffassungen über einen Marktpreis von Phosphorsäure (US$ 600 - 1,200
/ t P2O5) zum Stillstand gekommen.
Die Hauptanbieter von Phosphorsäure haben ihre Produktionsanlagen geschlossen oder betreiben diese
mit geringerer Kapazität. Trotz dieses Versuches, auf die nachlassende globale Nachfrage und hohe
eigene Bestände zu reagieren, gab es im Laufe der letzten Wochen keine bedeutende Marktaktivität.
Quelle: Budenheim - Marktbericht und -analyse Januar 2009
Preise für Natronlauge und Kaliumhydroxid steigen weiter
Als Folge des gestiegenen Düngemittelbedarfes nimmt die Verfügbarkeit von kaliumbasierten
Düngemitteln, wie KCl oder K2SO4, weiterhin ab, da die meisten Produzenten an ihrer Kapazitätsgrenze
arbeiten. Kaliumhydroxid (KOH), die Kaliumquelle der Kaliumphosphate, wird aus KCl gewonnen und ist
das volumenmäßig größte Kaliumsalz neben den Düngemitteln. Die Rohstoffpreise für KOH werden direkt
von der Knappheit an kaliumbasierten Düngemitteln beeinflusst, so dass Engpässe wie die Force Majeure
Meldung eines wichtigen US-KOH-Produzenten Anfang September die Preise weiter nach oben trieben.
Die Knappheit dürfte in der Wintersaison aufgrund des Zusatzbedarfs nach KOH-haltigen
Enteisungsmitteln (Luftfahrt) sogar noch weiter steigen.
Zunehmender Bedarf an Natronlauge in den USA treibt auch den Preis für diesen Rohstoff nach oben.
Der Bedarf an Chlor - Natronlauge ist eine Nebenprodukt der Chlorproduktion - ist nach dem
Zusammenbruch des PVC Bedarfes durch den stark rückläufigen Immobilienmarkt in den USA erheblich
zurückgegangen. Dieser Rückgang im Chlorbedarf hat die lokale Verfügbarkeit von Natronlauge stark
eingeschränkt, der Bedarf wird zunehmend international gedeckt.
Quelle: Budenheim - Marktbericht und -analyse Januar 2009
23 Februar 2009 / 09 Kw
Budenheim - Marktbericht und -analyse Januar 2009 - Teil 1
Phosphat: Ein Stoff mit vielen Anwendungen
Phosphate sind wichtige Bestandteile in der Entwicklung von Pflanzen und in der Aufzucht von Tieren. In
der industriellen Form werden Phosphate und Phosphatspezialitäten als essentielle Zusätze z.B. in der
Wasseraufbereitung, in Reinigungsmitteln, in der Metalloberflächenbehandlung, in der Herstellung von
Zahnpasta und in der Lebensmittelindustrie wie in Cola-Getränken eingesetzt.
Phosphate werden aus Erzlagerstätten, die überwiegend aus Fossilien marinen Ursprungs bestehen, in
Minen abgebaut. Das Phosphatgestein wird gebrochen und mit Mineralsäuren gewaschen, um daraus
Phosphorsäure zu produzieren, die als Ausgangsmaterial für Düngemittel (Diammoniumphosphat DAP
und Monoammoniumphosphat MAP), flüssige Düngemittel und Rohphosphorsäure (Merchant-Grade
Phosphoric Acid - MGA) verwendet wird. Rohphosphorsäure kann zudem durch Extraktion weiter
aufbereitet werden, um daraus reine Phosphorsäure sowie Phosphorsäure mit Lebensmittelqualität oder
pharmazeutischer Qualität herzustellen.
Quelle: Budenheim - Marktbericht und -analyse Januar 2009
Auf den Preisen für Phosphatgestein basiert die Industrie
Der Preis für das Phosphatgestein bestimmt wesentlich die Produktionskosten für Rohsäure.
Phosphatpreise werden darüber hinaus von den Bezugspreisen anderer Schlüsselkomponenten
bestimmt. Hierzu zählen der Schwefelpreis, die Energiekosten, allgemeine Transportkosten von und zu
der Produktionsstätte und weitere logistische Kosten wie etwa für Lagerhaltung. Zusätzlich kommen
weitere Kostenblöcke für die Folgeprodukte, insbesondere für die Reinigung der Rohsäure zur Reinsäure
und zur Phosphorsäure in Lebensmittelqualität, hinzu.
Das Preisniveau von Rohphosphat, dem wichtigsten Rohstoff für die Düngemittelproduktion, ist seit 2006
um 900% gestiegen. Davon profitieren insbesondere Länder in Nordafrika und im Nahen Osten, die über
mehr als 50% der globalen geologischen Reserven verfügen. In vielen Ländern wie z.B. Marokko,
Tunesien, Algerien, Jordanien und Saudi-Arabien sind bereits Grossprojekte angelaufen oder in Planung,
um Produktionsstätten aufzubauen oder zu erweitern. Langfristig wird daher der gegenwärtige
Nachfrageüberhang wohl keinen Bestand haben.
OCP hat seinen Preis für Rohphosphat auf US$ 250 - 290 / t für Lieferungen im ersten Quartal 2009
gesenkt. Die Produktion der "down-stream"-Produkte in Jorf Lasfar ruht jedoch als Reaktion auf die
schwache Nachfrage nach Phosphorsäure und Ammoniumphosphaten seit Anfang Dezember letzten
Jahres. Eine Wiederaufnahme der Produktion ist für Februar angekündigt.
Quelle: Budenheim - Marktbericht und -analyse Januar 2009
China verlängert den Exportzoll auf Düngemittel
Am 13. November 2008 hat die chinesische Regierung einen Maßnahmenkatalog zur Förderung der
chinesischen Wirtschaft verabschiedet. Dazu gehörte auch eine veränderte Zollpolitik für Düngemittel, die
am 1. Dezember 2008 in Kraft treten wird.
Strukturell handelt es sich um ein System aus Vergleichspreisen für die wichtigsten Düngemittel und
saisonabhängigen Zolltarifen. Der Ausfuhrzoll für chinesische Ware wird auf 10 % festgelegt, wenn die
Ausfuhr unterhalb des Referenzpreises ausserhalb der Hauptdüngeperiode in China stattfindet. In den
hauptsächlichen Düngeperioden in China wird weiterhin der schon bekannte Zolltarif von 110 % angewandt.
Die möglichen Auswirkungen auf die Phosphatpreise sollten nicht unterschätzt werden, da China im
globalen Vergleich derzeit mehr phosphatbasierte Düngemittel verwendet als jedes andere Land. Die
exportierte Menge in 2007 erreichte einen neuen Höchststand mit 2,543 Mio t P2O5 (entsprechend 6,426
Mio t Phosphatdüngemittel). Damit trägt China etwa 25 % des gesamten globalen Handelsvolumens.
Quelle: Budenheim - Marktbericht und -analyse Januar 2009
Die Verfügbarkeit von Phosphorsäure bleibt knapp
Die Verfügbarkeit von Phosphorsäure bleibt knapp
Der Bedarf an Phosphorsäure steigt seit 2005 stetig an. Zur Bedarfsdeckung wurden die vorhandenen
Kapazitäten nahezu vollständig ausgelastet. Im Jahr 2008 wird die Produktionsmenge deckungsgleich mit
dem Bedarf sein.
In vielen Regionen wird in zusätzliche Säurekapazität investiert, wobei diese eher mittelfristig zur
Verfügung stehen werden. Primär zu nennen ist das Projekt in Ma'aden, Saudi Arabien, das mit einer
geplanten Jahreskapazität von 3 Millionen t ab 2012 eine Entspannung der Marktsituation bringen wird.
Nur geringfügigen Einfluss auf die globale Knappheit wird die für 2009 geplante Erweiterung der
Säurekapazität in Marokko haben.
Daneben ist mit zusätzlichen Kapazitäten in Tunesien für 2010 und in Algerien für 2013 zu rechnen.
Außerdem wird unter ausländischer Beteiligung eine weitere Erschliessung von Rohphosphatquellen in
China betrieben. So investiert die israelische Israel Chemical Limited zusammen mit der
Provinzregierung in Sichuan in die Ausweitung von lokalen Minenressourcen und weiteren Folgeprodukten
aus dem dort gewonnenen Rohphosphat.
Quelle: Budenheim - Marktbericht und -analyse Januar 2009
Chemieflaute beutelt die ganze Branche - Handelsblatt
Die Flaute der Chemiebranche nimmt zusehends bedrohliche Züge an.
Starke Absatzeinbußen erfassen inzwischen auch die Spezialhersteller. Preise und Margen bei Basischemikalien
gehen ebenso zurück wie die Absatzmengen auch höher veredelter Chemieprodukte.
..... weiter bei Handelsblatt.com, veröffentlicht am 17.02.2009


