Newsarchiv Oktober 2008
28 Oktober 2008 / 44 Kw
Phosphat: Ein Stoff mit vielen Anwendungen
Phosphate sind wichtige Bestandteile in der Entwicklung von Pflanzen und in der Aufzucht
von Tieren. In der industriellen Form werden Phosphate und Phosphatspezialitäten als essentielle Zusätze
z.B. in der Wasseraufbereitung, in Reinigungsmitteln, in der Metalloberflächenbehandlung, in der Herstellung
von Zahnpasta und in der Lebensmittelindustrie wie in Cola-Getränken eingesetzt.
Phosphate werden aus Erzlagerstätten, die überwiegend aus Fossilien marinen Ursprungs bestehen, in
Minen abgebaut. Das Phosphatgestein wird gebrochen und mit Mineralsäuren gewaschen, um daraus
Phosphorsäure zu produzieren, die als Ausgangsmaterial für Düngemittel (Diammoniumphosphat DAP
und Monoammoniumphosphat MAP), flüssige Düngemittel und Rohphosphorsäure (Merchant-Grade Phosphoric Acid - MGA)
verwendet wird. Rohphosphorsäure kann zudem durch Extraktion weiter aufbereitet werden, um daraus reine
Phosphorsäure sowie Phosphorsäure mit Lebensmittelqualität oder pharmazeutischer Qualität herzustellen.
Quelle: Budenheim - Marktbericht und -analyse Oktober 2008
Nur wenige Länder produzieren Phosphatgestein
Phosphatgestein ist kein seltener Rohstoff. Die Förderung und Aufreinigung findet aber nur in etwa 30
Ländern statt. Die Erschließung neuer Lagerstätten und der Aufbau neuer Aufreinigungsanlagen erfordert
erheblichen Kapitaleinsatz. China, die USA und Marokko sind die Hauptproduktionsländer und tragen
68 % der weltweiten Produktion. Allein aus marokkanischen Quellen wird die Hälfte des
Phosphatgesteins für den Weltmarkt zur Verfügung gestellt.
Der Großteil der globalen Phosphatproduktion ist staatlich kontrolliert oder im Staatsbesitz. Obwohl der
Anteil der Staatsbetriebe in den letzten Jahren abgenommen hat, bleiben politische Überlegungen
weiterhin ein Hauptentscheidungsfaktor. Die Erhöhung von Produktionsvolumen zur Sicherung von
Arbeitsplätzen, das Abschöpfen von hohen Profiten zur Finanzierung von Staatshaushalten und die
Erhöhung von Zolltarifen für Exporte sind nur einige Beispiele für politische Einflussnahmen auf den
Phosphatmarkt.
Quelle: Budenheim - Marktbericht und -analyse Oktober 2008
Auf den Preisen für Phosphatgestein basiert die Industrie
Der Preis für das Phosphatgestein bestimmt wesentlich die Produktionskosten für Rohsäure.
Phosphatpreise werden darüber hinaus von den Bezugspreisen anderer Schlüsselkomponenten
bestimmt. Hierzu zählen der Schwefelpreis, die Energiekosten, allgemeine Transportkosten von und zu
der Produktionsstätte und weitere logistische Kosten wie etwa für Lagerhaltung. Zusätzlich kommen
weitere Kostenblöcke für die Folgeprodukte, insbesondere für die Reinigung der Rohsäure zur Reinsäure
und zur Phosphorsäure in Lebensmittelqualität, hinzu.
Im Jahr 2007 veränderte sich die Marktlage für die Produzenten von Phosphatgestein. Jahrzehntelang
verkauften und exportierten die Hersteller das von ihnen geförderte und gereinigte Phosphatgestein an
Weiterverarbeiter, die höherwertige Folgeprodukte daraus herstellten. Seit einem Jahr hat sich die
Wertschöpfung innerhalb der Produktionskette jedoch in Richtung Phosphatgestein verschoben. Die
Preise für Phosphatgestein sind in unvorhergesagte Bereiche gestiegen, sie haben sich seit etwa 12
Monaten verfünffacht. Es handelt sich hierbei um keine erneuerbare Ressource, der Abbau weiterer
Vorkommen gestaltet sich zunehmend schwierig. Diese neuen Vorkommen werden zudem einen
geringeren Phosphatgehalt aufweisen als die bisherigen Standorte.
Quelle: Budenheim - Marktbericht und -analyse Oktober 2008
Preise für Düngemittel bestimmen den Phosphatmarkt
Etwa zwei Drittel der globalen Nachfrage von Phosphorsäure wird durch Düngemittelproduktion mit den
Hauptprodukten MAP und DAP bestimmt. Von diesen ist Diammoniumphosphat DAP die meist
gehandelte Form und kann daher gut als Indikator für die Preisentwicklung neben den MGA-Preisen
dienen (siehe Grafik Seite 14). Die Preisstellung für DAP orientiert sich an den Verkaufspreisen für
Getreide; marktorientiert folgt der DAP-Preis den steigenden Getreidepreisen. Anwendungen im
Tierfutterbereich und die industriellen Märkte haben einen deutlich geringeren Einfluss.
Innerhalb der industriellen Anwendungen ist der Markt für industrielle Reinigungsmittel nach wie vor
dominierend. Der Spezialitätenmarkt, den Budenheim ausschließlich bedient, trägt nur zu einem sehr
kleinen Teil zur Gesamtnachfrage bei.
Quelle: Budenheim - Marktbericht und -analyse Oktober 2008
23 Oktober 2008 / 43 Kw
Ein Ausblick auf das vierte Quartal - Märkte bleiben in Bewegung
Für das vierte Quartal 2008 erwarten wir die schon im letzten Bericht vorhergesagte Stabilisierung der Preise auf im Vergleich zum dritten Quartal reduziertem Preisniveau für unseren Hauptrohstoff Phosphorsäure und damit für die Phosphate und Phosphatspezialitäten:
- - Es zeichnet sich eine Entspannung durch die Verfügbarkeit von Spot- und Überschussmengen ab. Im vierten Quartal gehen wir von einer stabilen Preissituation auf hohem Niveau aus.
- - Die internationalen Märkte werden sich unterschiedlich entwickeln. Im Gegensatz zu Europa und Asien ist im nordamerikanischen Markt der Höhepunkt der Säurepreise und der Phosphatpreise noch nicht erreicht. In Europa und Asien ist vor der nächsten Ernte- und Düngeperiode mit einem Wiederanstieg der Preise zu rechnen.
- - Die Preisanstiege von weiteren Rohstoffen wie Natronlauge, Kaliumhydroxid oder Ammoniak führen derzeit zu weiteren Preissteigerung von Phosphatspezialitäten.
- - Zur Zeit gibt es noch keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen Rohstoffmärkten und weltweiter Finanzkrise. Es ist aber davon auszugehen, daß die Nachfrage und das Angebot von Phosphaten sowie das zukünftige Investionsverhalten der Industrie von der zunehmenden Kreditverknappung bestimmt werden wird.
Wir werden, gestützt durch unsere stabile private Eigentümerstruktur, weiterhin in
kapazitätssteigernde und kostenoptimierende Prozessveränderungen investieren, um den Anforderungen
begegnen zu können.
Unsere konsequente Preispolitik ermöglicht dieses stetige Engagement zu Ihrem Nutzen - den Fokus auf
neue Technologien und innovative Produkte, die auch in Zukunft Ihre Qualitätsanforderungen erfüllen
werden.
Etwaige Reduzierungen unseres Bezugspreises für Rohsäure werden wir zu Ihrem Vorteil umgehend nach Erhalt
an Sie weitergeben.
Quelle: Budenheim - Marktbericht und -analyse Oktober 2008
Chinas fette Jahre sind vorbei - Handelsblatt
Chinas fette Jahre sind vorbei ..... bei Handelsblatt.com am 20.10.2008 veröffentlicht
20 Oktober 2008 / 43 Kw
Monoaluminiumphosphatlsg. 50%
Monoaluminiumphosphatlsg. 50% ist ab sofort um 17% im Einkauf gestiegen.
Es gibt hier den Zusammenhang zum einen mit der Schwefelsäure, deren Preisanstieg weiterläuft und
zum anderen aufgrund des Nachholbedarfs der hohen Phosphatsäurepreise.
China verlängert den Exportzoll auf Düngemittel
Die chinesische Regierung hat eine Verlängerung der Exportzolltarife für Düngemittel
bis zum Jahresende verfügt, der ursprünglich nur für die Hauptanbauzeit von Ende April bis Ende September
2008 gelten sollte. Auf alle Düngemittelexporte werden nun 100 - 175 % Zoll erhoben. Dies bedeutet
faktisch einen Exportbann der phosphatbasierten Düngemittel. Obwohl Gerüchten zufolge die Zolltarife in
Anbetracht der geringeren Nachfrage in den Wintermonaten gesenkt werden sollten, blieb dieser Schritt
der chinesischen Regierung bisher aus.
Die zunehmende Lücke zwischen den im Land und den global erzielbaren Preisen zwangen das
chinesische Finanzministerium zu dieser drastischen Anhebung. Die zunehmende Ausfuhr von Dünger
führte zu einer Verknappung für die heimische Landwirtschaft und nicht erwünschten Preisanstiegen in
einigen der ländlichen Provinzen, als die Nachfrage zu Beginn der Anbauperiode im März anstieg.
Zeitgleich hat die Regierung eine Preiskontrolle für Lebensmittel in Kraft gesetzt, um die drohende
Inflation einzudämmen. Sie fordert zudem alle Farmer auf, die Produktion von Getreide zu steigern und
garantierte daher einen festgelegten Mindestpreis für Reis und Weizen.
Die möglichen Auswirkungen auf die Phosphatpreise sollten nicht unterschätzt werden, da China im
globalen Vergleich derzeit mehr phosphatbasierte Düngemittel verwendet als jedes andere Land. Die
exportierte Menge in 2007 erreichte einen neuen Höchststand mit 2,543 Mio t P2O5 (entsprechend 6,426
Mio t Phosphatdüngemittel). Damit trägt China etwa 25 % des gesamten globalen Handelsvolumens.
Umgehend reagierte der internationale Markt mit zunehmender Nervosität und Sorge um eine nachhaltige
Belieferung aus anderen Quellen. Die in China protektionistisch aufgestellte Zollpolitik kann zu einer
Verknappung auf den Märkten und damit zu steigenden Preisen führen.
Quelle: Budenheim - Marktbericht und -analyse Oktober 2008
Die Verfügbarkeit von Phosphorsäure bleibt knapp
Der Bedarf an Phosphorsäure steigt seit 2005 stetig an. Zur Bedarfsdeckung wurden
die vorhandenen Kapazitäten nahezu vollständig ausgelastet. Im Jahr 2008 wird die Produktionsmenge
deckungsgleich mit dem Bedarf sein.
Kurz- bis mittelfristig ist nicht mit zusätzlichen Kapazitäten zu rechnen. Ausnahme ist das Projekt in
Ma'aden, Saudi Arabien, das mit einer geplanten Jahreskapazität von 3 Millionen t ab 2012 eine
Entspannung der Marktsituation bringen wird. Nur geringfügigen Einfluss auf die globale Knappheit wird
die für 2009 geplante Erweiterung der Säurekapazität in Marokko haben.
Derzeit ist die globale Phosphorsäureproduktion zu mehr als 90 % ausgelastet. Bei einer Auslastung von
mehr als 80 % spricht man industrietypisch bereits von Vollauslastung.
Die Knappheit an Rohphosphat wird weitere Einschränkungen in den verfügbaren Kapazitäten zur
Phosphorsäureproduktion nach sich ziehen.
Quelle: Budenheim - Marktbericht und -analyse Oktober 2008
Preise für Natronlauge und Kaliumhydroxid steigen weiter
Als Folge des gestiegenen Düngemittelbedarfes nimmt die Verfügbarkeit von kaliumbasierten
Düngemitteln, wie KCl oder K2SO4, weiterhin ab, da die meisten Produzenten an ihrer Kapazitätsgrenze
arbeiten. Kaliumhydroxid (KOH), die Kaliumquelle der Kaliumphosphate, wird aus KCl gewonnen und ist
das volumenmäßig größte Kaliumsalz neben den Düngemitteln. Die Rohstoffpreise für KOH werden direkt
von der Knappheit an kaliumbasierten Düngemitteln beeinflusst, so dass Engpässe wie die Force Majeure
Meldung eines wichtigen US-KOH-Produzenten Anfang September die Preise weiter nach oben trieben.
Die Knappheit dürfte in der Wintersaison aufgrund des Zusatzbedarfs nach KOH-haltigen
Enteisungsmitteln (Luftfahrt) sogar noch weiter steigen.
Zunehmender Bedarf an Natronlauge in den USA treibt auch den Preis für diesen Rohstoff nach oben.
Der Bedarf an Chlor- - Natronlauge ist eine Nebenprodukt der Chlorproduktion - ist nach dem
Zusammenbruch des PVC Bedarfes durch den stark rückläufigen Immobilienmarkt in den USA erheblich
zurückgegangen. Dieser Rückgang im Chlorbedarf hat die lokale Verfügbarkeit von Natronlauge stark
eingeschränkt, der Bedarf wird zunehmend international gedeckt.
Quelle: Budenheim - Marktbericht und -analyse Oktober 2008
Erzeugerpreise - Handelsblatt
Erzeugerpreise ziehen unerwartet an ..... bei Handelsblatt.com am 20.10.2008 veröffentlicht
13 Oktober 2008 / 42 Kw
Ätznatron-Perlen
Der Preis für Ätznatron-Perlchen über die LII liegt ab sofort bei + 6,7% / 100kg.
Dieser Preis ist lt. Aussage gültig bis 'auf weiteres'.
Bei den Makro-Perlen über die Fa. Ercros liegt der Preis bei + 13,6 % / 100 kg.
Natronlauge Vinnolit ab Nov. und Dez.
Die Firma Vinnolit informierte uns, dass aufgrund des immer noch anhaltenden
schlechten Absatzmarktes im PVC-Bereich die zur Verfügung stehenden Mengen an Natronlauge 50%
ab November reduziert werden müssen.
Es kann im Moment noch keine konkrete Aussage seitens Vinnolit getroffen werden, in welcher Höhe
die Mengenreduktion ausfallen wird.
Leider können wir demnach keine neuen Kontrakte die zur Auslieferung für das Quaratal IV bestimmt
sind mehr anbieten.
Auch kann im Moment für die bestehenden Kontrakte keine 100 % ige Auslieferungsgarantie gewährleistet
werden, so dass wir auch gezwungen sind eventuell nach möglichen 'Alternativen' zu suchen, die
aber vom Preisniveau deutlich höher ausfallen werden.
Sobald wir genauere Informationen von Vinnolit erhalten, werden wir Sie umgehend informieren.
Kaliumphosphate CFB
Noch immer unterliegt der Rohstoffmarkt enormen Schwankungen. Für das 4. Quartal 2008
erwarten wir bei einigen unserer Hauptkostentreiber, insbesondere bei der MGA (= Düngemittelsäure),
erstmals seit langem wieder eine Kostenentspannung.
Dies gilt jedoch nicht für die Kaliumphosphate. Hier werden die Verkaufspreise weiter ansteigen, da
die Kosten für die Kalilauge (KOH) nochmals drastisch gestiegen sind.
Anbei die aktuelle Preisliste gültig für alle Lieferungen ab 15.10.2008 bis einschließlich 31.12.2008:
- Trikalium phosphat Lösung : + 9,4 %
- Kaliumtripolyphoshpat 50% : + 8,8 %
Bitte berücksichtigen Sie, dass Produkte, die in o.g. Tabelle nicht aufgeführt sind, ebenfalls der
Preisanpassung unterliegen, so dass wir Sie im Bedarfsfall um separate Anfragen bitten.
Salzsäure chem. rein
Mail Bayer:
..... am Absorberteil des Syntheseofens 1 ist ein irreparabler Schaden aufgetreten.
Der Syntheseofen wird bis zur geplanten Schließung zum 31.12.2008 nicht wieder in Betrieb genommen, da
die Wiederbeschaffung der benötigten Ersatzteile in diesem Jahr nicht mehr möglich ist.
Bis zur endgültigen Verkaufseinstellung der Salzsäure chem. rein werden wir daher mit begrenzter
Kapazität produzieren.
Bitte berücksichtigen Sie die Einschränkung bei Ihrer Bedarfsplanung und rechnen mit einer wesentlich
höheren Vorlaufzeit für Ihre Bestellungen .....
06 Oktober 2008 / 41 Kw
Kaliwasserglas
Für das 4. Quartal müssen wir die Preise für Kaliwasserglas erneut anpassen. Leider
stellt sich heraus, dass der Engpass in der Verfügbarkeit von KCL sich weiter zugespitzt hat.
Einige Produzenten haben mangels verfügbarer Mengen gar nicht erst angeboten, andere die Menge stark
eingeschränkt. Die Preise sind entsprechend weiter gestiegen, teilweise um weitere 50%.
Der Preis ab 01.10.2008 in Euro per 100 kg, zzgl. MwSt, im Tankzug ab Werk Düsseldorf lautet:
für Kaliwasserglas 28/30 plus 15%.
Phosphorsäuren
Obwohl alle Grundstoffe hierfür weiterhin angespannt sind, sind die Phosphorsäuren
verfügbar und leicht entspannt.
Vorläufig schreibt man diese Tendenz bis zum Jahresende fort.
Natronlauge Vinnoit und DOW
Heute haben zwei unserer Lieferanten, die Fa. DOW und die Fa. Vinnolit bekannt gegeben,
dass auf dem Laugenmarkt etwas Entspannung herrscht.
Streckengeschäfte müssen nach wie vor indiviuell angefragt werden.
Salpetersäure 65%
Auf Grund von Produktionsproblemen kann Salpetersäure 65% nicht vor Ende Oktober geliefert werden. Verfügbar sind nur eingelagerte Mengen.


